Kamera Objektive

Das Wichtigste als Übersicht

Infos vom Fotograf Ansbach

• Brennweite und Bildwinkel
Bei einem Objektiv wird durch die Sammellinse das einfallende Licht gebündelt. Je stärker gewölbt diese Linse ist, desto näher kann man sie am Sensor positionieren und umso stärker wird der Bildwinkel. Je flacher die Linse ist, desto weiter weg muss sie sein, um das Licht bündeln zu können – der Bildwinkel ist so aber kleiner.
Warum mehrere Linsen? Die Linsen kompensieren gegenseitig ihre Abbildungsschwächen = bessere Ergebnisse
– Aufbau
Ein Objektiv besteht aus einer Anzahl von Linsen, die zusammen verschoben werden, um die Fokussierung zu gewährleisten. | Floating-Elements = einzelne Linsengruppen werden separat bewegt, um die Leistung im Nahbereich und damit die Qualität zu verbessern. | Linsen mit niedriger Dispersion führen dazu, dass die Farben sehr ähnlich gebrochen werden und somit die chromatisch Aberration geringer ist.
– Brennweite
Der Abstand zwischen der Linsenmitte zu dem Punkt, an dem das Licht gebündelt wird (Fokuspunkt/Brennpunkt) ist die Brennweite. Wie kurz oder stark die Entfernung, also damit die Brennweite ist, hängt von der Linsenwölbung ab. Stärkere Wölbung = Weitwinkel, flachere Wölbung = Tele
Objektive mit Normalbrennweite (=Sensordiagonale) = 40 bis 58mm
Weitwinkelobjektive = Brennweite unter 40
Teleobjektive = Brennweite über 58mm
Festbrennweiten = Objektive, die nur eine Brennweiteneinstellung zulassen
Zoomobjektive = Objektive mit veränderlicher Brennweite
Die Brennweitenangabe gilt bei Objektiven im Grunde nur für die Entfernungseinstellung Unendlich
– Bildwinkel = Winkel, den eine Kamera mit einem Objektiv erfassen kann
Dieser hängt von der Sensorgröße und der verwendeten Brennweite ab
– Cropfaktor = Faktor, den der Sensor kleiner ist als ein Kleinbildformat (Vollformat). APS-C=1,6
Hier verändert sich nicht die Brennweite, sondern nur der Bildwinkel
– Perspektive = die Perspektive wird nur vom Standpunkt der Kamera bestimmt, nicht von der gewählten Brennweite. Es verändert sich bei einem Brennweitentausch der Bildwinkel, jedoch nicht die Perspektive. In der Bildmitte haben alle Brennweiten die gleiche Perspektive.
– Blende = steuert die Menge des Einfallenden Lichts im Objektiv. Besteht aus Metalllamellen. Jede Öffnungsweite ist eine Blendenzahl.
– Lichtstärke = maximale Blendenöffnung eines Objektivs (=Anfangsblende oder Offenblende) Je lichtstärker ein Objektiv ist, desto mehr Licht gelangt auf den Sensor.
– Farbzeichnung =
– Bokeh = die Art und Weise, wie ein Objektiv unscharfe Bereiche abbildet. Kreisrunde Blende (viele Lamellen) = besonders schönes Bokeh

 

• Abbildungsfehler
– Schärfefehler
1) Sphärische Aberration (Öffnungsfehler / Kugelgestaltsfehler) = Die parallel einfallenden Lichtstrahlen treffen sich nachdem sie durch das Linsensystem durch sind nicht wie gewünscht in einem Punkt, und erzeugen so einen Unschärfeeindruck (=scharfe, aber kontrastarme Details). – > Halos an Hell-Dunkel-Übergängen
2) Koma = Wenn die Strahlen schräg parallel auf eine Linse auftreffen, werden sie je nach Neigung der Linse unterschiedlich stark abgelenkt -> Ein Punkt außerhalb der Bildmitte verformt sich schweifförmig.
– Bildfeldwölbung = wenn die Schärfezone durchgebogen erscheint.
– Dezentrierung = wenn eine Linsengruppe leicht gekippt oder verschoben im Objektiv sitzt, nimmt die Schärfe zu einer Seite des Bildes hin ab. Es können auf Farbfehler wie Chromatische oder sphärische Abberation auftreten.
• Farbfehler:
– Chromatische Aberration (CA) = Farbquerfehler = unterschiedliche Brechung des Lichts verschiedener Farben. Grün-rote oder blau-gelbe Farbsäume entstehen an den Bildrändern und an Hell-Dunkel-Übergängen – > können in der Bildbearbeitung korrigiert werden
– Farblängsfehler (LoCa) = Verfärbungen vor und hinter der Schärfeebene in Magenta und Grün. – > Abblenden hilft
– Purple Fringing = blauviolette Farbsäume, die sich an starken Hell-Dunkel-Übergängen bilden können. Kurzwelliges Licht wird nicht deckungsgleich mit Licht anderer Wellenlänge gebrochen. -> Abblendung und leichte Unterbelichtung können helfen. Kann jedoch nicht verhindert werden.
– Reflexionen -> Vergütung = Linsen werden mit mikroskopisch dünnen Schichten bedampft, damit Licht so wenig wie möglich reflektiert wird. Objektive sind meist mehrfachvergütet. Abblenden bzw. die Perspektive ändern kann bei Reflexionen im Objektiv helfen.
– Streulicht = Licht, das schräg einfällt -> Streulichtblende / Gegenlichtblende kann die Bereiche außerhalb des Bildwinkels abschatten.
– Lens Flares (Blendenflecke / Linsenreflexionen) = Stern-, Ring-, oder Kreisförmige farbige Muster – > Sonnenblenden können das verhindern. Tritt bei direkt ins Objektiv fallende Licht auf.
– Vignettierung = Verdunklung der Bildecken durch schräg einfallende Lichtstrahlen in den Bildecken. Je kürzer die Brennweite, desto stärker die Vignettierung – > Abblenden hilft. Falsch aufgesetzte Sonnenblenden oder zu breite Filter können das auch verursachen.
– Verzeichnung = geometrischer Abbildungsfehler – > je nach Brennweite verzeichnet ein Objektiv eher Tonnen- (Weitwinkel) oder kissenförmig (Tele). Kann in der Bildbearbeitung korrigiert werden.
• Objektivgüte einschätzen
– MTF-Kurven
– Objektive testen

 

 

 

 

• Objektivtypen und Anwendungsbeispiele
– Fisheye Objektive = Sonderform des Weitwinkelobjektivs. Bildwinkel von 180°. Es hat eine kugelförmig gekrümmte Frontlinse und ist daher für die Verwendung von Filtern nicht geeignet. Je nach Brennweite wird das Bild entweder formatfüllend oder kreisförmig mit schwarzem Rand. -> nicht für Lebewesen geeignet | auf eigenen Schatten / Füße achten
– Ultraweitwinkelobjektive = unterhalb 20 mm Brennweite (bis 10mm) -> 112°
– Weitwinkelobjektive = ab 20 mm Brennweite. ->betonen den Raum und ermöglichen es, nah an das Motiv heranzugehen. Gut bei Aufnahmen von Innenräumen, Architekturaufnahmen, Reportage und Landschaftsaufnahmen.
– Normal- oder Standardobjektive = Abbildung entspricht dem des menschlichen Auge.
– Leicht Teleobjektive (Porträttele) = 85 bis 135 mm ist ideal für Porträts.
– Makroobjektive = Nahbereich. Maßstab 1:2 oder 1:1 -> über 1:1 = Mikroobjektiv
– Teleobjektive = der enge Bildwinkel eines Teles hilft, dass wir uns auf das Wesentliche konzentrieren.
– Spiegelteleobjektive = hier ersetzen gekrümmte Spiegel die Linsen ganz oder nur teilweise. Hier muss immer mit der festen Anfangsblende gearbeitet werden. Astrofotografie (viele Teleskope sind als Spiegelteleobjektive ausgelegt)
– Ultrateleobjektive = über 200mm Brennweite. Arbeiten aus der Hand ist nur kurz möglich.
– Tilt-Shift-Objektive = sind verschiebbar und schwenkbar – Perspektivkorrektur und Schärfeebenenverlagerung – nur mit Stativ + Wasserwaage und Gittermattscheibe
– Extender / Konverter = optisches Element, das zwischen Kamera und Objektiv montiert wird und die Brennweite des Objektivs verlängert – dadurch wird jedoch die Anfangsblende verkleinert.
– Umgekehrte Telekonverter = Brennweite wird verkürzt und die Lichtstärke (Anfangsblende) erhöht.
– Zoomobjektive = Objektive mit veränderlichen Brennweiten.
• Objektiv-Features und Zubehör
– Fremdobjektive am Adapter = mit einem Adapter (Adapterring) lassen sich Objektive anderer Hersteller an die Kamera ansetzen. Autofokus und Blende gehen verloren.
– Bildstabilisator
Elektronischer Bildstabilisator ist nichts anderes als eine Erhöhung des ISO Wertes und damit verbundenen Einbußen in der Bildqualität.
Optischer oder mechanischer Bildstabilisator = echte Stabilisierung während der Aufnahme.
Im Objektiv = der Bildkreis über dem Bildsensor wird gegenläufig zur Kamerabewegung verschoben.
Sensoren messen die Bewegung der Kamera und steuern die bildstabilisierenden Elemente (Linsen) um die Bewegung auszugleichen.
In der Kamera = der Bildsensor unter dem Bildkreis wird gegenläufig zur Kamerabewegung verschoben.
Stabilisierungsmodi:
Modus 1: stabilisiert sowohl vertikale als auch horizontale Bewegungen -> für normale Aufnahmen
Modus 2: stabilisiert nur vertikale Bewegungen -> Mitzieher
Modus 3: schaltet die Bildstabilisierung erst direkt bei der Belichtung zu
 Beim Fotografieren auf einem Stativ sollte der Bildstabilisator (IS) ausgeschaltet werden – hoher Stromverbrauch und evtl. Verschlechterung der Bildqualität durch die Eigenvibration des Stabilisierungsmotors (Langzeitbelichtung)

– Ultraschall-Autofokusmotor (USM) = sie verwenden piezoelektrisch erzeugte Schallwellen für den Antrieb. Macht den Autofokus schnell und leise. | STM = Steppermotor von Canon ist genauso leise wie ein USM. Gut bei Videos.
– Firmware= Objektive werden über die Kamera upgedatet.
• Objektivfilter
– UV-Filter und Schutzfilter
– Polarisationsfilter = Spiegelungen auf Glasscheiben und Wasserflächen vermindern. Haut matter erscheinen lassen | Farben intensivieren | blauen Himmel dunkler erscheinen lasen und Wolkenkontrast erhöhen -> ein Polfilter schluckt 1 bis 2 Blenden Licht (Verschlusszeit verlängern)
– Verlaufsfilter = eignen sich um Helligkeitsunterschiede auszugleichen
– Graufilter oder Neutraldichtefilter ND= neutral density = neutrale Dichte = farbneutrale Verdunklung.
– Filtertypen= Schraubfilter | Steckfilter | Externe Filterhalter