Bildgestaltung

Das Wichtigste kurz und knapp als Stichpunkte

Infos vom Fotograf Ansbach

• Wahrnehmungspsychologie
Wir fangen meist oben links damit an ein Bild zu „lesen“ (unsere Leserichtung).
Logos und Produkte werden fast immer unten rechts abgebildet -> am Ende der Betrachtung soll das Wahrgenommene mit dem Produkt verknüpft werden.
Damit Bilder verstanden werden, darf die Lesbarkeit nicht durch überflüssige Details oder schlechte Anordnung behindert werden und man sollte sich visuell klar ausdrücken.
• Qualitätskriterien
– Was schlechte Bilder ausmacht
1) Klischee
2) Kitsch:
Bunte, einmontierte Landschaften, Wolken oder große Monde | Mehrere digitale Rahmen | extreme HDR Technik | übertriebene Beautyretusche | starke Verniedlichung von Wildtieren
3) Gestalterische Beliebigkeit:
Kein Motiv | zu viel abgebildet | das eigentliche Motiv ist nicht hervorgehoben
4) Handwerkliche Schwächen
5) Fehlendes Bewusstsein
6) Plattheit -> dem Betrachter sollte Raum für die eigene Interpretation gelassen werden
7) Eitelkeit
8) Mangelndes Stilempfinden – gerade bei der Bildbearbeitung. Ein bestimmter Look macht ein Bild nicht besser

• Merkmale guter Bilder
1) Ehrlichkeit – ein Bild sollte den Empfindungen entsprechen, die Neigungen widerspiegeln oder eine Situation ungeschönt wiedergeben
2) Persönlichkeit – ein Stilmittel sollte dem persönlichen Gestaltungswillen entsprechen.
3) Konzentration – ohne ablenkende Elemente. Klarheit in der Bildgestaltung | Verzicht auf alles Unwichtige oder Ausschmückende
4) Hintergrund
5) Übung – man benötigt Erfahrung, um bestimmte Möglichkeiten beurteilen zu können
6) Offenheit – Fotografie ist Improvisation. Offenheit für Neues.
7) Aussortieren – nur Anfänger finden alles toll

• Bildformate
– Querformat (Landscape): es kommt der menschlichen Wahrnehmung nahe. Harmonischer als das 3:2 Format der APS-C und Vollformatkameras wirkt das 4:3 Format der Mittelformatkameras

 

– Hochformat (Portrait): es ist näher, dynamischer und lebendiger als das Querformat.
– Quadrat: ist neutral und sachlich. Es erlaubt eine schöne Konzentration auf das Motiv.
– Extreme Formate und Panoramen

• Bildgröße: das gleiche Bild hat je nach Ausgebegröße eine unterschiedliche Wirkung.

• Kontrast: Kontrastierende Gegensätze können die Bildaussage verstärken. Gegensätze als Stilmittel.
• Abstraktion:
• Farbe
• Form
• Größe: Kleine Motive können vergrößert werden, indem kurze Brennweiten verwendet werden. Berge wirken steiler und massiver, wenn sie mit langen Brennweiten aufgenommen werden. Ein Tele verdichtet die Abstände, eine Bergwand wird also aufgerichtet. Bei einem Weitwinkel scheint der Gipfel viel weiter weg zu liegen. Größenvergleiche im Bild können helfen.
• Menge: Mengenverhältnisse als Gestaltungsmittel.
• Bildaufbau
• Blickführung: Linien ziehen den Blick des Betrachters in eine Richtung. Auch spielt die kulturell bedinge Leseführung eine Rolle.
• Diagonale: Diagonale Linien eignen sich sehr gut um den Blick des Betrachters zu führen. Eine absteigende Diagonale ist ruhiger, eine aufsteigende wirkt anregender und hält den Blick länger im Bild.
• Horizont: Ein Horizont in der Mitte ist spannungslos und langweilig. Horizont weit unten = das Bild wirkt leicht und offen, die Ferne und weite der Landschaft wird betont. Horizont weit oben = es wird eine Landschaft erzeugt, durch die das Auge hindurchwandern kann.
• Symmetrie: Symmetrie sollte exakt abgebildet werden, oder man sollte deutlich von ihr abweichen.
• Muster: unser Gehirn empfindet es als schön, wenn wir widerkehrende Elemente, die gleichmäßig angeordnet sind sehen.
• Dreieck: Spitze nach oben= stabil und ruhig | Spitze nach unten = labiler Eindruck | schräges Dreieck = mehr Dynamik ins Bild
• Punkte (wenn Bildelemente so klein werden, dass sie als Fläche keine Rolle mehr spielen)
• Goldener Schnitt
• Goldene Spirale
• Drittregel
• Dynamischer oder statischer Aufbau
• Einfachheit: aufgeräumte Bilder werden als schöner empfunden
• Beschnitt
• Perspektive – Der Augpunkt ist der Punkt, der die Perspektive bestimmt. Augpunkt der Kamera – der exakte Ort, von dem aus man das Foto macht = das wichtigste Detail bei der Bildgesaltung
• Vorder- und Hintergrund – wie wichtig ist der Hintergrund für die Bildaussage?
• Fluchtpunkt
• Bildreihen
• Serien – Eine Serie ist eine Reihe von Bildern, die inhaltlich und/oder gestalterisch zusammenhängen
• Sequenzen – Eine Sequenz ist eine Reihe von Bildern desselben Motivs in zeitlicher Abfolge